GESCHICHTEN EINER
FEHLGEBURT
Willkommen auf unserer Seite, die eine herzliche Sammlung von Geburtsgeschichten von Eltern bietet, die ihre persönlichen Erfahrungen während der Geburt ihres Kindes teilen. Hier findest du bewegende Erzählungen wie die von mir begleiteten Hausgeburten, die von der Kraft der familiären Umgebung, der individuellen Betreuung und der tiefen Verbundenheit während dieses lebensverändernden Ereignisses zeugen.
Sternchen
Nachdem meine erste (Zwillings-) Schwangerschaft recht engmaschig durch meine Frauenärztin kontrolliert wurde, war für mich klar, dass ich das in meiner zweiten Schwangerschaft anders haben wollte.
So schrieb ich Saskia direkt am zweiten Tag mit positivem Schwangerschaftstest in der Hand, am 21.08.25. Da ich mir eine Hausgeburt wünschte und mich dahingehend schon im Voraus informiert hatte, wollte ich mich gerne von ihr begleiten lassen.
Noch am selben Tag rief Saskia mich an und nach einem sehr netten und offenen Gespräch fühlte ich mich direkt gut aufgehoben bei ihr.
Sie sagte mir gleich, dass sie für ein paar Wochen für ein Projekt in Indien sein würde, was mich nicht beunruhigte, da ich ja ganz am Anfang meiner Schwangerschaft stand und bei Bedarf ihre Kolleginnen aushelfen würden.
Wir machten einen persönlichen Kennenlerntermin mit den ersten (Blut-)Untersuchungen aus, welcher dann in der 8. SSW auch statt fand. Zusammen legten wir meinen Mutterpass an und mein gutes Bauchgefühl bestätigte sich nochmals: Bei Saskia fühlte ich mich wohl.
Wir gingen das erste Trimester terminlich im Groben zusammen durch, ich wollte gerne für das erste und zweite Basisultraschall zu meiner Frauenärztin, die weiteren Kontrolltermine würde ich bei Saskia wahrnehmen, so der Plan.
Der Termin für das erste Basisultraschall sollte am 7.10. stattfinden.
Die ersten paar Wochen meiner Schwangerschaft hörte ich sehr genau in mich hinein und achtete auf all die Anzeichen, die ich von der ersten Schwangerschaft noch kannte. Eine leichte bis mäßig starke Übelkeit war vorhanden, das viele Träumen in der Nacht auch. Ebenso wie in der ersten Schwangerschaft, ziepten meine Mutterbänder.
Je näher ich dem Termin kam, desto unruhiger wurde ich. Zwar war es ein subtiles Gefühl, aber jetzt rückblickend lässt es sich ganz gut zurordnen.
Mir fehlte das „drückende Unterbäuchlein“. Das Gefühl der langsam wachsenden Gebärmutter, die weit unten im Becken drückt, wenn ich mich z.B. nach vorn beugte. Ich dachte mir immer wieder: „Ist doch normal, dass es in einer Einlingsschwangerschaft nicht so schnell geht, wie damals bei den Zwillingen“.
Es rückte also der Frauenarzttermin näher. In der 11. SSW war es dann soweit. Mein Mann hatte sich den Vormittag des 7.10. extra frei genommen, die Jungs waren im Kindergarten. Wir witzelten mit meiner Frauenärztin „wie viele wir wohl diesmal zählen würden“.
Rückblickend kann ich sagen, dass ich schon die ganzen vorherigen Wochen irgendwie ein komisches Gefühl hatte.
Und trotzdem ließen mich die 4 Sekunden „zu langes“ Schallen und das schwindendende Lächeln meiner Frauenärztin den Atem anhalten und die Worte von ihr trafen mich wie ein Schlag in die Magengrube: „Ich sehe keinen Herzschlag“. Mir schossen die Tränen in die Augen. Sie schallte weiter, aber es blieb dabei. Das kleine Herzchen hatte schon vor gut drei Wochen aufgehört zu schlagen, bei einem Stand von 7+3 Wochen. Wie betäubt hörte ich den Worten meiner Frauenärztin zu, welche mir ihr Beileid aussprach und sagte, dass ich erstmal heim gehen dürfe, man nicht sofort etwas tun müsse. Wir vereinbarten einen erneuten Termin für den 14.10., also 7 Tage später. Tatsächlich war ich einige Wochen zuvor über einen Geburtsbericht einer Hebamme gestolpert. Es war ein Bericht über eine stille Geburt und die Hebamme schenkte dem Thema, nicht nur emotional sondern auch sachlich ein paar Tage Aufmerksamkeit und informierte darüber. Somit kannte ich tatsächlich schon die zunächst möglichen Schritte
(1. Abwarten/natürliche Geburt, 2. medikamentöse „Einleitung“, 3. OP/Ausschabung) und wäre auch auf einen Überweisungsschein ins Krankenhaus für eine direkte Ausschabung vorbereitet gewesen. Trotzdem war ich unendlich froh, dass ich ohne Diskussion oder Erklärungen einfach heim fahren konnte. Zuhause angekommen, der Tag war schon relativ kühl, entdeckte ich einen Schmetterling in unserem Wohnzimmer. Ein Tagpfauenauge.
Noch nie hatte sich ein Schmetterling in unser Haus verirrt. Ganz vorsichtig fing ich ihn ein und ließ in draußen fliegen. Dabei liefen mir die Tränen übers Gesicht „flieg davon kleine Seele“, dachte ich. Ich schrieb kurze Zeit später Saskia und erzählte ihr von dem Geschehenen. Obwohl sie zu dieser Zeit schon in Indien war, rief sie mich kurze Zeit später an. Sie nahm sich so viel Zeit, drückte mir ihr Mitgefühl aus und bestärkte mich so liebevoll in meinem Wunsch einfach abzuwarten und der Natur weiterhin ihren Lauf zu lassen. „Egal“ wie lange es dauern würde, bis mein Körper bereit war das kleine Sternchen gehen zu lassen. An dieser Stelle danke ich dir von ganzem Herzen für deine liebevolle und einfühlsame Begleitung liebe Saskia!
Was ich wirklich auch unendlich beruhigend fand, waren die klaren Fakten, wie eine solchen „kleine Geburt“ ablaufen würde oder könnte. Den Umständen entsprechend gestärkt und zuversichtlich beendete ich also das Telefonat mit Saskia und stellte mich auf ein, zwei vielleicht auch drei Wochen Wartezeit ein. Nur drei Tage später, am 10.10., wurde ich von Blutungen überrascht. Zunächst nur Schmierblutungen, die aber zügig sehr stark wurden, von vielen kleineren und größeren Gewebestückchen durchzogen. Am 11.10. hatte ich tagsüber schon starke periodenähnliche Unterleibsschmerzen. Gemeinsam mit meinen beiden Jungs und unserem Hund ging ich eine kleine Runde an die frische Luft. Plötzlich entdeckten wir mitten auf dem Weg ein Tagpfauenauge. Ich traute meinen Augen nicht und ein paar Minuten saßen wir um den Schmetterling herum, der die letzten Sonnenstrahlen einfing und irgendwann davon flog. Abends bekam ich so starke periodenähnliche Unterleibsschmerzen, dass ich fast nicht mehr stehen konnte. Dazu merkte ich wie meine Hormone anfingen verrückt zu spielen, ich war unendlich gereizt und gleichzeitig traurig. Erschöpft ging ich ins Bett. Nach einer ruhigen Nacht ging es mir am nächsten Vormittag recht gut. Die Schmerzen waren vergleichbar mit (für meine Verhältnisse) leichten Periodenschmerzen. Richtung Mittag spürte ich dann, dass etwas anders war. Ich hockte mich in die Duschwanne, da ich merkte, dass diesmal nicht nur Blut
kommen würde, sondern größeres und festeres Gewebe. Ich konnte die gesamte Fruchtanlage, welche die Größe eines Überraschungseis hatte, nur dünner/länglicher, auffangen. Den Embryo konnte ich nicht erkennen. Ich hatte nochmal Kontakt zu Saskia, die mir bestätigte, dass in dieser frühen SSW die Unterscheidung oftmals schwer fällt, da noch alles „wie eins“ aussieht. Ich bettete also die gesamte Frühgeburt in eine winzig kleine Holzbox, welche ich zuvor gekauft und mit einem Tagpfauenauge bemalt hatte und gemeinsam mit meinem Mann verabschiedete ich mich von unserem Sternchen und begrub es im Garten. Dieser Abschied hatte für uns etwas sehr heilsames und ich bin froh, diesen Weg genauso gegangen zu sein. Ich kann jeder Schwangeren nur ans Herz legen, sich so früh wie möglich an eine Hebamme (wie Saskia) zu wenden.
Eine solche Begleitung, egal wie eine Schwangerschaft endet, ist so unendlich wertvoll! Nochmals von Herzen Danke an dich liebe Saskia!
Erfahrungsbericht meiner friedlichen kleinen Geburt
Ich war in der zehnten Woche schwanger, als plötzlich Zwischenblutungen auftraten. Ich kannte das schon von meiner vorherigen Schwangerschaft, in der ich ein retroplazentares Hämatom hatte. Mein erster Gedanke war: Oh nein, nicht schon wieder. Und doch blieb ich im Vertrauen, dass alles gut sein würde.
Wie schon zuvor wollte ich auch diesmal, dass alles so natürlich wie möglich verläuft. In meiner letzten Schwangerschaft hatte mich Saskia begleitet, und ich war nur dann beim Arzt, wenn ich wirklich das Bedürfnis dazu hatte. Es war meine fünfte Schwangerschaft. Auch wenn dieses Kind nicht geplant war, hatten wir uns nach und nach darauf eingestellt, eingelassen – und uns schon ein wenig darauf gefreut.
Ich war voller Vertrauen. Als die Blutungen begannen, dachte ich zunächst, ich könne ja einfach einen Kontrolltermin vereinbaren. Ich rief in der Praxis an und bekam einen Termin für eine Woche später. Ich dachte: Vielleicht ergibt sich bis dahin alles von selbst.
Doch am nächsten Tag wurden die Blutungen stärker. Ich rief erneut an und fragte, ob ich vielleicht doch schon heute kommen könne. An diesem Tag war ich innerlich schon ganz niedergestimmt. Ich kümmerte mich noch um die Kinder, brachte sie in die Bücherei – damit ich in Ruhe zum Arzt gehen konnte.
Im Wartezimmer versuchte ich, mich abzulenken, aber ich hatte schon so eine leise Vorahnung. Ich begann, Erfahrungsberichte über Sternenkinder und kleine Geburten zu lesen, und merkte, dass mich das irgendwie auch beruhigte – zu lesen, dass ich nicht die einzige Frau bin, die diese Erfahrung macht.
Als ich schließlich aufgerufen wurde, nahm sich der Arzt freundlich Zeit für eine kurze Anamnese. Ich fühlte mich ernst genommen. Als ich erwähnte, dass ich bereits vier Hausgeburten hatte, meinte er nur, das sei sehr mutig – und blieb ansonsten neutral und respektvoll.
Bei der Untersuchung stellte er fest, dass ich bereits stark blutete. Beim Ultraschall sah man, dass die Schleimhaut gut aufgebaut war, der Muttermund noch geschlossen, die Fruchthöhle intakt. Das kleine Embryo war deutlich zu erkennen – Kopf, Rumpf, zwei Arme, zwei Beine, winzige Fingerchen. Doch das Herz schlug nicht mehr.
Für mich war das ein Schock, auch wenn ich es innerlich schon geahnt hatte. Gleichzeitig war ich dankbar für die Klarheit. Der Arzt sagte, wir könnten zunächst abwarten – die Blutung hatte ja bereits begonnen, vielleicht würde alles von selbst seinen Weg finden. Ich fand es gut, dass er mir diese Entscheidung überließ.
Mir war sofort klar, dass ich auf keinen Fall eine Ausschabung wollte. Ich hatte schon viele Erfahrungen und Berichte gehört, dass dabei die Gebärmutter verletzt werden und Narben entstehen können. Diesen Eingriff wollte ich vermeiden – ich wollte meinem Körper zutrauen, dass er diesen Prozess selbst vollbringen kann.
Außerdem war für mich klar, dass ich diesen Geburtsprozess – auch wenn es nur eine kleine Geburt ist – brauche, um Abschied zu nehmen und das Geschehen auch psychisch verarbeiten zu können. Ich spürte, dass mein Körper diese Erfahrung braucht, um wirklich zu verstehen, dass diese Schwangerschaft nun vorbei ist. Ich wollte auf keinen Fall diesen Schock, dass der Körper plötzlich, von einem Moment auf den anderen, von der Schwangerschaft „befreit“ wird.
Ich empfinde es als nicht natürlich und nicht gesundheitsförderlich, wenn Frauen vorschnell zu einer Ausschabung geraten wird. Natürlich gibt es Situationen, in denen medizinisch eingegriffen werden muss – etwa bei einer Infektion oder wenn andere Risiken bestehen. Aber in der Regel ist es für den Körper und die Seele einer Frau heilsamer, wenn sie diesen Prozess in ihrem eigenen Tempo, in ihrem eigenen Raum, durchleben darf.
Nachdem ich beim Arzt gewesen war und diese erschütternde Erkenntnis hatte – dass das Kind tot ist – ging ich nach Hause. Der Arzt hatte außerdem festgestellt, dass der Entwicklungsstand nicht der zehnten Schwangerschaftswoche entsprach, sondern eher der siebten oder achten.
Das kleine Wesen war also deutlich kleiner, und ich ging davon aus, dass es schon einige Tage zuvor gestorben war.
Diese Erkenntnis war natürlich zutiefst traurig und gleichzeitig war ich froh, dass ich es nicht früher schon wusste. So bin ich erst durch die körperlichen Symptome zur medizinischen Abklärung gegangen und habe mir dadurch viel Ungewissheit und Warterei erspart.
Ich wusste nun: Dieses Kind lebt nicht mehr. Zu Hause haben wir eine Kerze angezündet. Wir haben sehr offen mit den Kindern darüber gesprochen. Natürlich waren wir alle traurig – auch die Kinder, die sich schon auf ein Geschwisterchen gefreut hatten. Aber es war mir wichtig, sie einzubeziehen und ihnen zu erklären, dass es viele Gründe geben kann, warum ein kleines Leben sich nicht weiterentwickeln kann. Und dass es wahrscheinlich gut war, dass es sich so früh verabschiedet hat. Die Natur hat das weise eingerichtet.
Trotzdem bleibt da dieser Schmerz, diese Trauer – und der Abschied von all den kleinen Visionen und Bildern, die man vielleicht schon im Herzen getragen hat. All das loszulassen ist traurig, und das darf es auch sein.
Wir haben gemeinsam eine kleine Box gebastelt, und jedes Kind durfte einen Fingerabdruck darauf machen. Ich wollte unbedingt versuchen, das kleine Embryo aufzufangen, um mich bewusst verabschieden zu können. Dafür stellte ich mir eine Schüssel bereit. Mein Partner kümmerte sich in dieser Zeit sehr liebevoll um mich. Er bereitete mir einen wehenfördernden Tee aus Himbeerblättern und Schafgarbe zu. Ich machte es mir schön und geborgen, hörte leise, angenehme Musik, wickelte mich in eine warme Decke und schlief viel.
Am nächsten Tag gingen die Kinder in die Schule. Ich funktionierte irgendwie noch, erledigte Kleinigkeiten und fuhr mittags noch kurz weg. Schon da spürte ich immer wieder Kontraktionen – und war voller Hoffnung, dass die Geburt bald losgehen würde.
Als ich später wieder zu Hause war und Ruhe fand, merkte ich, dass die Kontraktionen stärker wurden. Ich hatte es mir wieder gemütlich eingerichtet und folgte ganz meinem Körper. Intuitiv hockte ich mich über die vorbereitete Schüssel – und gebar das kleine, kleine Wesen. In einer intakten Fruchthöhle kam es zur Welt.
Ich stellte die Schüssel zunächst ins kühle Bad und ließ sie dort stehen. Dann kam eine weitere Kontraktion, begleitet von einem stärkeren Blutabgang. Ich wechselte zwischen Ruhe und Bewegung – lag zwischendurch im Bett, las viel, vor allem Erfahrungsberichte anderer Frauen, die mir in dieser Zeit sehr geholfen haben. Immer wieder weinte ich ein wenig, trank viel, aß, worauf ich Lust hatte, und sprach meinem Körper gut zu. Ich war in liebevollem Kontakt mit meiner Gebärmutter und spürte, dass sie ihre Arbeit wunderbar machte.
Am Abend fühlte ich mich bereit, die Fruchtblase zu öffnen. Es war ein seltsames, fast befremdliches Gefühl, in diese Hülle hineinzustechen – und doch fühlte es sich richtig an. Mit einer spitzen Pinzette zog ich die Häute vorsichtig auseinander, bis sie sich öffneten. Fruchtwasser floss heraus – und mit ihm kam das kleine Menschlein zum Vorschein.
Da lag es nun – dieses winzige Wesen. Noch sehr klein, etwa zwei Zentimeter groß. Die Augen waren noch nicht von Lidern bedeckt, aber man sah schon die kleinen Arme mit winzigen Fingerchen, die Beinchen, an den Seiten die Ohren und die zarten Andeutungen von Mund und Nase. Ich betrachtete es ganz genau und verabschiedete mich von ihm.
Als ich spürte, dass der Moment gekommen war, es loszulassen, wickelte ich es in ein kleines Tuch und legte es in unsere vorbereitete Box. Wir planen, dieses Kästchen im Garten zu vergraben und einen Apfelbaum darüber zu pflanzen – neben dem Geburtsbaum unseres älteren Sohnes.
Danach fühlte ich mich friedlich. Ich hatte das Gefühl, befreit zu sein. Mit der Geburt der kleinen Fruchtblase und der Plazenta verschwanden plötzlich auch die Schwangerschaftssymptome. Ich fühlte mich wach, klar und voller Energie. Natürlich waren da noch Blutungen, und sie würden wohl noch eine Weile anhalten – aber ich spürte tief in mir: Es ist gut so.
Ich war stolz darauf, dass ich diesen Weg gegangen bin, dass mein Körper das so gut gemeistert hat. Ich fühlte mich verbunden – mit meinem Körper, mit meiner Familie, mit meinem Partner – und war dankbar. Dankbar für alles, was ist, und für das Leben selbst.
Ich weiß, dass wir immer wieder an unser kleines Sternenkind denken werden. Dass wir immer wieder die Kerze anzünden werden – und uns hoffentlich eines Tages an den Äpfeln erfreuen, die auf seinem Platz wachsen.
unser kleines Sternchen hatte wohl nicht genug Kraft um bei uns zu bleiben…
…als wir am 15.08.2019 einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen gehalten haben, waren wir überglücklich… Ich ging in der 7. Woche zum Frauenarzt und habe direkt das kleine Herzchen schlagen gesehen. Die nächsten 3 Wochen verliefen total normal… Bis ich am 20.09.2019 morgens um 06:30 Uhr ganz leichte Blutung bekommen habe… Zuerst habe ich mich selbst beruhigt und zu mir gesagt, dass eine leichte Blutung in der 10. Woche nicht zwingend negative Auswirkungen haben muss… Ich habe mich zusammengerissen und meine beiden großen Jungs zur Schule gefahren. Danach habe ich unseren kleinen L. schlafen gelegt und bin danach nochmals in Ruhe auf die Toilette.
Die Blutung wurde stärker. Somit habe ich beim Frauenarzt angerufen, der zu mir sagte, dass es morgens terminlich schwierig ist, ich solle doch lieber mittags kommen. Ich lies mich kurzfristig „abwimmeln“ und dachte „mach Dich nicht verrückt“… Nach 1 Stunde war die Blutung immer noch da und mein Bauchgefühl sagte, „da stimmt was nicht, geh zum Arzt – sofort“. Also rief ich nochmals beim Frauenarzt an und bestand darauf, dass ich sofort kommen darf! Meine Ansage kam leider nicht sehr gut an… egal. Ich bekam einen Termin und bin direkt los gefahren. Ich wusste schon unterwegs – unser kleines Sternchen hatte wohl nicht genug Kraft um bei uns zu bleiben… Beim Frauenarzt musste ich leider eine Stunde warten… Dann die Gewissheit – keine Herztöne mehr. Kein weiterer Wachstum seit der 8. Woche!
DAS war soooo schmerzhaft! Es tat WEH – so weh, dass ich wie gelähmt war. Neben mir stand unser kleiner L. in seinem Kinderwagen und lächelte mich an – er wusste ja nicht, dass sein Geschwisterchen zurück in Himmel reisen muss. Aber das Lächeln von L. hat mir genau in dieser Sekunde unfassbar viel KRAFT gegeben… Drei gesunde Kinder! WAS FÜR EIN WUNDER !!!!!!! Und somit hieß es für mich – aufstehen, weitergehen und einen Weg suchen, am besten mit der Trauer umzugehen… Aber soweit war ich noch lange nicht – der Frauenarzt hat mir direkt eine Überweisung fürs Krankenhaus in die Hand gedrückt, ein paar rührende Worte gesprochen und mich verabschiedet. Tja da saß ich nun im Auto und wusste nicht mehr wo „rechts und links ist“ – ich war absolut NICHT auf diese Situation vorbereitet! Ich stehe absolut mit beiden Beinen felsenfest im Leben, habe schon einiges erlebt und verarbeitet – aber darauf war ich nicht vorbereitet – obwohl ich weiß, dass es ein natürlicher Vorgang ist und zu einer Schwangerschaft dazu gehört…
Erstmal musste oder sagen wir DURFTE ich meine großen von der Schule abholen und ich war stark! Ich schöpfte Kraft von den lachenden Gesichtern meiner drei Jungs!!! Mein Mann kam direkt um 12 Uhr von der Arbeit nach Hause und ich fuhr wie in Trance ins Krankenhaus – alleine. Papa hat zu Hause alles übernommen. Im Krankenhaus angekommen musste ich erstmal warten bis ich mich anmelden konnte – anmelden um unser totes Kind aus dem Bauch heraus zu holen, heraus zu „saugen“ – eine wahnsinnig furchtbare Vorstellung! Man sitzt in der Gynäkologischen Ambulanz und weiß, dass man gerade mal ein paar Stunden später das Krankenhaus mit „leerem Bauch“ verlässt. Als ich alle Formalitäten erledigt hatte, OP Gespräch ect. wurde mir eiskalt mitgeteilt „Frau W., keine Sorge – das geht schnell – dann können Sie wieder nach Hause“… DAS hat gesessen und ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich sagte zu der Frau, dass das nicht die Worte waren, die eine Frau hören möchte, die gerade erfahren hat, dass sie ihr Kind verloren hat! Aber ich blieb stark und ging den Weg weiter – immer noch wie in Trance. Völlig vernebelte Wahrnehmung. Nach langem hin und her „durfte“ ich dann mein Bett/Zimmer beziehen und bekam das OP-Hemd angezogen und es wurde mir mitgeteilt, dass ich abgeholt werde, wenn ich dran bin. Es könnte aber bis in den Abend hinein dauern. Hmmm alles schön und gut – aber ich hab ein Baby zu Hause welches mich schnellstmöglich braucht! Mir wurde nicht mitgeteilt, dass ich auch getrost nach Hause gehen kann und die Natur alles von alleine regelt! Es hat mir auch niemand mitgeteilt, dass ich in Ruhe nach Hause gehen kann und die Hebamme meines VERTRAUENS anrufen kann und mich in Ihre Hände begeben kann. Nun gut – man lernt NIE aus!!!
So lag ich in diesem kahlen Zimmer und vermisste meine Familie, meine Kinder und hatte Angst davor was nun auf mich zukommt. Eine OP. Eine „Ausschabung“ – so ein Mist! Und auf einmal sagte mein Körper – hey, wir müssen schnell auf Toilette… Ich lief also in meinem OP Kleidchen auf die Toilette und bekam auf ein Schlag 3 heftige Wehen… keiner war da… keiner sagte mir, dass das kommen könnte! Ich stand mitten im Raum und habe mein Kind in meine Hand geboren! So stand ich dann mit meinem Baby, dem Mutterkuchen und alles was dazu gehört in meinen Händen liegend und dachte – WAS war das jetzt??? Ich dachte „soll ich jemandem klingeln?“ Nein – ich genieße den Moment ganz für mich alleine… ich dachte „sicherlich nehmen sie mir dann mein Kind weg“ – „soll ich es einpacken?“ „Darf ich das?“ hmmmm…. Ich holte mit blutigen Händen schnell mein Handy aus der Tasche und machte wenigstens Erinnerungsfotos… ich habe mit dem kleinen Sternchen gesprochen, hab „Hallo“ gesagt und zeitgleich habe ich mich verabschiedet! Ich sagte, dass wir uns bald wieder sehen! Auf einmal ging die Tür auf und eine Stimme sagte: „Frau W., sie sind jetzt dran“ – wie sich das anhört! Furchtbar! …nun denn… die Krankenschwester hat natürlich blöd geschaut, als ich da stand und die komplette Geburt in den Händen hielt! Ich war ja selbst völlig überwältigt und immer noch total „benommen“… Dennoch war absolut klar – diese so zu sagen natürliche Geburt war sooooooo wichtig! Das war reine Trauer-Bewältigung! Dann ging alles ganz schnell. Das kleine Sternchen in eine Schale rein, alles mitnehmen und Tschüß.
Auf einmal war ich wieder alleine. Ganz alleine. Bauch leer und Baby weg. Direkt danach kam die Ärztin und sagte „Frau W., wir empfehlen trotzdem eine Ausschabung“ Tja, was mach ich jetzt. Ich willigte ein – unwissend. Aber gut, die OP ging wie mir ja bereits mitgeteilt wurde – sehr schnell. Als ich aufgewacht bin war alles vorbei! Es war mir aber alles egal – denn ich durfte wenigstens die Geburt selbst und im Wachzustand miterleben!!! Das war wie ein Geschenk Gottes! Daran sah ich wieder, dass mein Körper so unfassbar selbstgesteuert ist und sich dagegen gewehrt hat, dass unser Baby von fremden Leuten unter Vollnarkose geholt wird. Aber machen wir uns nichts vor – es ist eine „kleine Geburt“ – und somit mit Schmerzen, Nachwehen, Blutung und Hormon-Chaos verbunden!!! Papa und L. sind in der Zwischenzeit gekommen und standen direkt vor der Türe als ich aufgewacht bin – das war sehr sehr schön! Um 22Uhr durfte ich dann endlich nach Hause! Mit leerem Bauch und ohne Baby im Arm – das war sehr schmerzhaft. Aber ich sammelte Kraft in dem ich mit schlafendem L. im Arm das Krankenhaus verlassen habe! Er hat den Schmerz definitiv geheilt! Ich war sehr müde… Am nächsten Tag konnte ich erstmal in Ruhe alles setzen lassen – bewusst, was alles passiert ist und dass unser Sternchen nun nicht mehr da ist, war es mir irgendwie noch nicht… Ich war aber sehr sehr sauer über mich selbst, dass ich unser Sternchen nicht mitgenommen habe! Ich habe mir Vorwürfe gemacht, nicht auf mein Bauchgefühl gehört zu haben, als ich dachte „pack es schnell ein“ – ich hatte aber Angst, dass das Gesetzeswidrig ist – vielleicht darf ich das gar nicht. Aber ich höre eigentlich IMMER auf mein Bauchgefühl! Es trügt mich selten! Nun, was mach ich nun… In Trauer und Vorwürfe verfallen bringt mir nichts – bringt meiner Familie nichts. Ich möchte stark sein, meine Familie braucht mich – meine Kinder brauchen mich! Also habe ich mir einen Plan gemacht.
Als erstes habe ich meine Hebamme S. getroffen und mit ihr über alles geredet. Sie hat mir ausführlich erklärt, dass ich schon viel früher Hebammenhilfe in Anspruch hätte nehmen können!!! Sprich ich hätte mir im Grunde alles ersparen können und erstmal abwarten können… Manche Frauen warten zu Hause in Ruhe und in gewohnter Umgebung ab, bis die natürliche Geburt einsetzt. Das sollte aber jeder für sich selbst entscheiden und wissen was gut für ihn ist… In der Hand hielt ich den Flyer vom Krankenhaus „Sammel-Bestattung“ – allein das Wort – schrecklich! Eine tolle Sache vom Krankenhaus… Denn Saskia erklärte mir, dass das ein positiver Wandel der Zeit ist, denn früher wurden Babys unter einem Geburtsgewicht von 500Gramm nicht sehr wertvoll beachtet worden – oder wie soll man es sagen… Sie wurden nicht bestattet, sondern …….. wer weiß was mit den Embryos passiert ist… schrecklich… aber heutzutage gibt es die Sammel-Bestattung 2 mal im Jahr. Aber nicht für mich – nein, das ist für mich undenkbar.
Da saß ich nun… Ich wollte unbedingt unser Sternchen holen und bei uns haben – bei uns bestatten. Also sprach ich mit Hebamme Saskia, habe mir alle möglichen Gesetzesauszüge durchgelesen und fand heraus, dass wir als Eltern frei entscheiden dürfen was mit dem Embryo geschieht – solange der Embryo unter 500Gramm hat. Gesagt getan – gleich montags rief ich im Krankenhaus an und wollte in Erfahrung bringen auf welchem Weg ich unsern Sternchen holen kann. Nachdem ich 3mal weitergeleitet wurde und die Leute mich behandelt haben als würde ich planen eine Bank zu überfallen, kam ich in der Pathologie heraus. Dort wurde mir gnadenlos gesagt: „Frau W. was wollen Sie denn da abholen – was glauben Sie was davon „übrig ist“……… und da war er wieder, dieser Schmerz. Ich sagte höflich aber bestimmt: „Ich hoffe für Sie, dass Sie noch nie eine Fehlgeburt erleiden mussten – und jetzt überlegen Sie bitte mal, wie Sie weiterhin mit mir umgehen werden.“ – und siehe da, die Frau wurde menschlich und sagte: „Frau W. , wir verstehen Sie und Ihre Trauer – Sie können sich am Mittwoch nochmals melden. Aber ohne ein Bestattungsunternehmen können wir Ihnen Ihr Baby nicht übergeben – das muss von einem Bestattungsunternehmen abgeholt werden“.
Ich willigte der Aussage erstmal ein und wusste, dass ich das so nicht stehen lassen werde – ABER ich musste mir ja wieder erstmal die nötige Sicherheit/die nötigen Infos einholen, um dann mittwochs selbstbewusst und mit Wissen nochmals anzurufen.
Mittwochs rief ich gleich morgens wieder an – dieses Mal direkt bei der zuständigen Ansprechpartnerin in der Pathologie. Ich habe direkt selbstsicher gesagt, dass ich nun unseren Embryo abholen werde und sie mir doch bitte mitteilen soll, wann es zeitlich passend wäre? Sie fragte mich, ob das jetzt mein Ernst sei und was ich dann damit machen möchte?“ Ich sagte, dass das ganz allein unsere Angelegenheit sei und wir frei entscheiden dürfen was mit unserem Sternchen passiert, denn immerhin haben wir die 500Gramm Grenze bei weitem nicht überschritten und ich sagte gleich hinzu, dass ich weiß, dass von dem Embryo nicht viel „übrig“ ist, denn ich hatte es immerhin selbst in der Hand gehalten.“ Sie merkte, dass ich fest entschlossen war und gab mir die Möglichkeit bis 16Uhr in der Pathologie zu erscheinen, meinen Personalausweis mitzubringen und dann mein Baby zu bekommen.
Als L. von seinem Mittagsschlaf aufgewacht ist, sind wir direkt losgefahren. Um 16:10Uhr sind wir in der Pathologie angekommen und mussten klingeln – ein unfassbar komisches und beklemmendes Gefühl da unten im Krankenhaus-Keller und alles dunkel. Die Frau öffnete mir die Türe und war sehr freundlich – endlich. Ich musste ein Formular ausfüllen und meinen Personalausweis vorlegen – alles ganz easy. Daraufhin bekam ich zwei kleine durchsichtige Behälter mit einer entsprechenden Flüssigkeit, die unser Sternchen „konserviert“ und dann ging ich wieder nach Hause.
Wir haben von meiner Freundin eine kleine Holzschatulle bekommen, welche wir schön hergerichtet haben und unser Sternchen nun dort einen Platz gefunden hat. Wir wollen es im Garten vergraben und einen Baum darauf pflanzen – somit sehen wir etwas im positiven Sinne wachsen… Und meiner/unserer Trauer haben wir feste Zeiten gegeben. Es flossen Tränen und der Schmerz wurde bewusst wahrgenommen – aber erst wenn die Kinder im Bett waren…
Warum schreibe ich diesen Bericht?!
Ich möchte Menschen erreichen! Menschen die unwissend sind, mit solch einem Schicksals-Schlag umzugehen. Ich möchte dazu appellieren erstmal Eure Hebamme anzurufen! Informiert Euch über die Möglichkeiten und lasst Euch zu nichts drängen! Hebammenhilfe steht Euch ab Tag des positiven Schwangerschaftstests zu und scheut Euch nicht, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen!
Ich zünde keine Kerze an und falle in tiefe Trauer – nein – ich möchte mit unserer Geschichte etwas bewegen und etwas bewirken! Ich möchte den Frauen, den Eltern MUT machen, nicht aufhören zu kämpfen! Hört auf Euer Herz und geht den Weg auch wenn er manchmal steinig ist – es lohnt sich! Der Verlust ist zwar da und nicht zu ändern, aber es kommt darauf an aus welchem Blickwinkel wir die Dinge sehen. Der unfassbare Schmerz eine Fehlgeburt zu erleben ist für jeden gleich – doch wichtig ist wie wir damit umgehen! Lasst die Trauer zu, aber findet einen Weg raus aus der Trauer – egal wie lange ihr Zeit braucht um zu trauern…Tage, Wochen, Monate, Jahre das ist egal… – aber lasst Euch nicht entmutigen! Schöpft wieder Kraft und neuen Mut um weiterzumachen!
Wir haben in unserer Familie schon einige steinige Wege bewältigt und manche sind immer noch schwer – oder sagen wir es anders – einige Wege sind eine Herausforderung – das bleibt mit drei Kindern nicht aus – aber wir machen immer wieder etwas positives daraus! Und aus dem Verlust unseres noch sehr kleinen Sternchens habe ich entschlossen die Zeit zu nutzen und ein Fernstudium zu machen – Familien und Persönlichkeitscoaching nennt sich das! Ich möchte meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Empathie nutzen, um anderen Familien beratend zur Seite zu stehen! Helfen wo Hilfe nötig ist – wo Eltern nicht mehr weiter wissen oder Fragen haben. Alltagssituationen bewältigen. Ordnung hinein bringen wo es scheint, als würde keiner mehr wissen wie es weitergeht.
Wir können den Wind, der uns ins Gesicht bläst nicht ändern – aber wir können die Segel anders setzen und einen neuen Weg einschlagen! Geht Euren Weg – es gibt in der Welt nur einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann außer ihr: Wohin er führt? Fragt nicht, geht ihn.
Meine geliebten Engel, unverhofft seid ihr Teil unserer Leben geworden
Heute läget ihr in unseren Armen. Rosig und warm. Doch wuchsen euch Flügel und nun strahlt ihr unter Millionen von Sternen und ich weiß ihr seid zwei von Ihnen. Der Himmel weint heute. Aber er gießt durch seine Tränen euren Rosenbusch und erweckt damit neues Leben. Somit lebt ihr weiter, in unseren Herzen. Danke für diese Erfahrung, danke dass es euch gibt. In Liebe, eure Mama Zum Errechneten Entbindungstermin meiner Zwillinge möchte ich meine Gedanken und Empfindungen teilen, die ich am Tag ihrer kleinen Geburt verfasst habe. Ich möchte damit anderen Betroffenen Eltern Mut machen. Mut, dass auch diese Erfahrung in gewisser Weise schön, selbstbestimmt und friedvoll sein kann. Auch wenn dieser Verlust schmerzvoll ist, kann durch das selbstbestimmte Geschehen das Gefühl einer aktiven Teilhabe erhalten bleiben. Mir tat diese Erfahrung gut und half mir beim Verarbeiten dieses schmerzlichen Verlustes. Und ich möchte auch Saskia hiermit danken, Sie hat mich die ganze Zeit über begleitet und auch wenn wir in den letzten Monaten wenig Kontakt hatten, war sie dennoch die einzige, die sich an unseren Entbindungstermin erinnert hat und liebe Worte zukommen lassen hat. Saskia, du bist wirklich ein Engel. Danke für dein wundervolles Wesen. Mein kleiner Geburtsbericht am 05.02.2020 Wir hatten noch keinen Ultraschall, da ich die Schwangerschaft fast ausschließlich von Saskia meiner Hebamme begleiten lassen wollte und wieder mit ihr eine Hausgeburt plante.
Einen Zyklus hatte ich noch nicht, da ich unsere 10 Monate alte Mittlere noch stillte, somit wusste ich den Tag der Befruchtung nicht. Ich habe ein sehr gutes Körpergefühl schon bei den vorausgegangenen Schwangerschaften bewiesen und dieses Mal spürte ich auch, dass etwas anders war. Ich sagte die ganze Zeit: „Entweder sind es zwei oder es bleibt nicht.“ Meine Schwangerschaftsanzeichen verschwanden vor einer Woche ungewöhnlich früh. Dann kam vorgestern. 11.-13. SSW. Ich war duschen und rasierte mich. Auf einmal war meine Hand und der Rasierer voll Blut. Ich ließ sofort meinen Mann kontrollieren ob ich mich geschnitten hätte, er meinte aber es kommt von innen. Es hat nicht weiter geblutet, ich habe mir eingeredet, dass ich mich vielleicht doch geschnitten habe. Den Rest vom Tag hatte ich hellbeigen Ausfluss. Gestern dann wurde er morgens dunkelbeige, bis er abends dunkelbraun wurde. Ich telefonierte mit Saskia und sie informierte mich, was im Falle einer kleinen Geburt passiert. Um 21 Uhr tropfte plötzlich hellrotes Blut, mir wurde klar dass mein Anfangsgefühl wahr wurde und brach in Tränen aus. Irgendwann ging ich ins Bett. Um 2 Uhr wurde ich wach, mit dem Gefühl aufs Klo zu müssen. Ich habe mit noch nicht viel gerechnet, da Saskia meinte, dass ich vermutlich Wehen kriegen würde, eine richtige – kleine – Geburt eben.
Es war aber eher wie wenn ich normal meine Tage kriegen würde. Ich verlor unerwartet etwas Größeres und rettete es dann aus der Toilette. Ich glaube, dass es eine Plazenta und ein Baby etwa mit Entwicklungsstand der 6. SSW war. Eihäute usw. wie bei einer normalen Plazenta waren erkennbar. Das Kleine sah aus wie ein Shrimps. Ich machte Bilder, hielt mein kleines Baby in Händen und verabschiedete mich. Da ich eine kleine Bestattung wollte, fror ich es ein. Ich dachte das war’s jetzt, jetzt blute ich noch und gut. Ging wieder ins Bett. Eine Stunde später hatte ich das gleiche Gefühl und diesmal geistesgegenwärtig ein Sieb untergehalten. Und da war ganz deutlich sichtbar ein voll entwickeltes Baby etwa 10.ssw, jedes Fingerchen erkennbar und wieder vermutlich eine Plazenta, aber heller. Ich weckte meinen Mann und schrieb Saskia ein Update. Wir untersuchten unser Kleines, machten Fotots, verabschiedeten uns und gaben es zum Geschwisterchen ins Gefrierfach. Ich glaube also es waren zwei Babys. Der erste Ultraschall sollte heute stattfinden. Mein Mann ging wieder ins Bett. Dann konnte ich den Rest der Nacht nicht mehr schlafen, weil Unmengen Blut und große Stücke kamen, bis jetzt. Also nicht nur Blut.
Bei so kleinen Babys? Morgens rief ich meine Frauenärztin an und erzählte ihr unter Tränen, dass der Termin nicht wie geplant stattfinden könnte, aber bat trotzdem um den Termin um mir ein „Bild“ von der Situation jetzt zu machen. Beim eigentlich 1. Ultraschalltermin war dann klar, dass definitiv kein Baby mehr da ist, aber die Gebärmutter noch komplett gefüllt. Ich lehnte eine Ausschabung ab und wurde mit der Prognose viel Bluten zu werden und auf meinen Kreislauf achten zu müssen nach Hause geschickt. Mein Mann ist nun zu Hause und hat hier alles übernommen. Ich sitze hier und lasse die Natur den Rest regeln. Am Nachmittag setzten starke Kreislaufprobleme mit mehreren Ohnmachtsanfällen und einer Ohnmacht sowie Erbrechen während den Anfällen ein. Ich telefonierte mit Saskia um mich zu vergewissern, dass alles im Rahmen des Normalen ablief. Einen Besuch wollte ich an diesem Tag nicht. Da ich durch die Ohnmachtsanfälle nicht aufstehen kann und am besten alles auf dem Klo ablaufen kann, habe ich ziemliche Schmerzen durch den Blutstau erhalten. Erst spät abends wurde dies alles besser und ich glaube körperlich das schlimmste überstanden zu haben. Ich weine ohne Ende, es ist wirklich schlimm für mich. Ich bin froh die Babys in meinen Händen gehalten zu haben. Und jetzt ist die Trauer da. Jetzt kann ich mir nicht vorstellen hier keine 2 kleinen weiteren Wunder rumspringen zu haben, nicht Tandem zu stillen und zu tragen. Was mach ich nun mit den aufgehobenen Sachen? Tausend Fragen wandern durch meinen Kopf. Die nächste Zeit: In den kommenden Wochen hat mich Saskia mehrmals besucht, viel mit mir geredet und mich in meinem Sein begleitet.
Das Umfeld verstand sehr schnell die noch anhaltende Trauer nicht mehr. Aber Saskia war immer da. Mein Anker in dem traurigen Strudel. Ich litt 2 Wochen unter starken unbehandelbaren Kopfschmerzen, für die keine Körperliche Ursache zu finden war. Mit der natürlichen kleinen Geburt ging alles Gewebe ab, ein Eingreifen war nicht notwendig. Lediglich durch Blutuntersuchungen wurde ich in den Folgewochen medizinisch betreut. 4 Wochen später war der HCG-Wert unter 2. Ostern haben wir unsere Sternchen in unserem Garten unter einem Rosenbuch begraben. Dafür habe ich einen kleinen Stoffsarg/Einschlagdecke und ein passendes Kissen genäht, das wir zur Erinnerung behalten. Die Einschlagdecke enthält Flügel aus einem Stoff, aus dem ich vor einiger Zeit ein Geschwisteroutfit für die großen genäht hatte. Wir haben die Beerdigung nur zu viert in unserer kleinen Familie gestaltet, passende Musik laufen gelassen, jeder für sich Briefe, Blütenblätter oder Geschenke dazu gegeben. Uns gehalten und verabschiedet.
Da hatte Gott wohl andere Pläne
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor vielen Jahren während meines Medizinstudiums vollkommen fasziniert war von der Komplexität und dem kaum nachvollziehbaren Werden eines neuen Lebens, der Embryologie. Sie rettete mich mit ihrer Faszination durch ein Semester Anatomie. Am Ende war für mich klar, es kann auf dem Weg von der Verschmelzung zweier Keimzellen bis zum fertigen kleinen Menschlein so unfassbar viel schief gehen, jedes Baby, das gesund zur Welt kommt, ist das Ergebnis unzähliger kleiner Wunder und deshalb ein großes Wunder.
Medizinerin bin ich nie geworden, doch diese Erkenntnis blieb haften und nun sollte es mich treffen, dass irgendeines dieser unzähligen Wunder schief ging.
Ich hatte mich so sehr über den positiven Schwangerschaftstest gefreut, endlich ein Geschwisterchen für unsere kleine Tochter. Ich freute mich auf die Schwangerschaft und das neue kleine Leben, das in mir heranwuchs. Der Tag meines Termins zum ersten Ultraschall in der 9. Schwangerschaftswoche rückte näher und irgendwie hatte ich dieses Mal großen Respekt vor diesem Termin, als hätte ich schon geahnt, was auf mich zukommt. Ich wollte eigentlich gar nicht hin, dachte mir, es ist doch eh alles okay. Dass mir dieses Mal weniger oft übel war und ich nicht ganz so unendlich müde war, wie in der ersten Schwangerschaft, schob ich darauf, dass ich meine Tochter bei Nacht noch stillte.
So ging ich also zum ersten Ultraschall, blickte auf den Bildschirm und sah, was auch meine Ärztin und die Hebamme meiner Praxis sahen, alles, aber kein Baby. Ich war schockiert, reagierte völlig rational, meinte, das sei halt Natur und das komme vor und ich wäre schon okay, ließ mir Blut abnehmen für eine Bestimmung des bHCG, hörte mir an, dass mir im Falle einer Fehlgeburt zu einer Ausschabung geraten würde, ging zum Auto und brach in Tränen aus. Der klitzekleine Hoffnungsschimmer, das Baby habe sich versteckt und alles sei gut, er half mir nicht. Tief in meinem Inneren bestätigte sich meine Angst, etwas könnte nicht in Ordnung sein und ich wusste schon in diesem Moment, ich würde das Baby verlieren. Auf dem Heimweg weinte ich bitterlich über diesen so unfassbar großen Verlust und den Schmerz, den dieser Verlust in mir auslöste.
Zwei Tage später bestätigte sich mein Gefühl, der bHCG war gefallen, und ich rief Saskia an und erzählte ihr von meinem toten Baby und meinem dringenden Wunsch, es trotzdem einfach ganz normal zur Welt zu bringen, zu warten, bis mein Körper bereit war, es zu verabschieden. Ich bin Saskia so dankbar für den Mut, den sie mir zusprach und die Bestätigung, dass ich das natürlich so machen kann und auch sollte, wenn es sich für mich richtig anfühlte. Und so begann ich mich mit mir, dem unglaublich großen Verlust meines Babys und der bevorstehenden Geburt auseinanderzusetzen. Was würde mich wohl erwarten? Werde ich lange warten müssen, bis zur Geburt meines toten Babys? Werde ich das schaffen? Bin ich stark genug? Eine Ausschabung konnte ich mir partout nicht vorstellen. Ich wollte mein Baby nicht „wegmachen“ lassen. Was, wenn sich alle geirrt hatten und in meinem Bauch passiert ein Wunder und das Baby lebte doch?
Uns so fühlte ich jeden Morgen der folgenden Tage tief in mich hinein und beobachtete, was in meinem Körper passierte. Mein Gefühl, das Baby lebe nicht mehr, es wurde immer präsenter und ich war mir sicher, genau das würde mir auch der Bildschirm bei der folgenden Ultraschalluntersuchung eine Woche später sagen. Schon zwei Tage vor dieser Untersuchung beobachtete ich eine kaum vorhandene Schmierblutung. Meinem Mann zuliebe ging ich dann nochmals zum Ultraschall, um für ihn die Bestätigung über den Tod unseres Babys zu holen. Mir selbst war längst klar, dass ich es sehr bald verlieren würde. Zumindest fühlte es sich genau so an. Beim Ultraschall war ich furchtbar aufgeregt, vielleicht täuschte ich mich ja doch? Nein, ich hatte mich nicht getäuscht. Mir wurde nochmals ans Herz gelegt, in einer Klinik eine Ausschabung machen zu lassen, doch ich stellte klar, dass das für mich absolut keine Option war, sondern dass ich das Baby ganz normal zur Welt bringen würde, wenn mein Körper so weit war, es loszulassen und ich bin meiner Ärztin sehr dankbar, dass sie mich für diesen Wunsch nicht verurteilte, sondern bereit war, ihn mit mir zu gehen. Zu meinem eigenen Erstaunen konnte ich an diesem Tag sehr gut mit der Situation umgehen. Die Woche, die ich zwischen dem ersten und dem jetzigen Ultraschall Zeit hatte, mich mit meinem toten Baby, der anstehenden Fehlgeburt und meinen Gefühlen auseinanderzusetzen, zusammen mit der diagnostischen Unsicherheit, ob das Baby nun lebte oder nicht, machten mich sehr stark und waren ein entscheidender Teil des Trauerprozesses um unser Baby. Und so ging ich nach einer erneuten Blutabnahme und einer Unterschrift dafür, dass ich über den Ratschlag einer Ausschabung informiert wurde und diese ablehnte, nach Hause, vergoss die vorerst letzten Tränen über unseren so schmerzlichen Verlust und versuchte, mich an unserem kleinen Wirbelwind, unserer kleinen Tochter, zu neuem Optimismus bringen zu lassen.
In der kommenden Nacht kamen, worauf mich Saskia schon vorbereitet hatte, die Wehen meiner kleinen Geburt. Zwei Stunden lang lag ich wach und litt, während mein Körper unser Sternchen freigab. Ab nächsten Morgen auf der Toilette gebar ich unseren kleinen Engel, verabschiedete mich liebevoll von ihm, und übergab ihn in Gottes Hände. Es folgten vier Tage mit einer ordentlich starken Blutung und ich spürte, wie sich mein Körper mehr und mehr wieder frisch und frei anfühlte. Nach einer Woche war die Blutung nahezu vollständig weg und ich mächtig stolz darüber, diese so schmerzliche Erfahrung, diesen unbeschreiblichen Verlust und diese kleine Geburt so gut gemeistert zu haben.
Ich bin unendlich froh darüber, diesen schwierigen und steinigen Weg so gegangen zu sein, denn so hatte ich genügen Zeit und Raum, auf die Signale meines Körpers zu hören und mich von meinem Baby zu verabschieden. Ich konnte besser akzeptieren, dass eines der unzähligen Wunder, die während der Entstehung eines neuen Lebens passierten, dieses Mal schief gegangen war, denn ich hatte meinem Körper die Zeit und den Raum gelassen, zu entscheiden, ob er weiter in dieses kleine Wunder investieren sollte, da noch nicht alles verloren schien, oder ob er beschließen sollte, diese Schwangerschaft zu beenden, um einem neuen möglichen Wunder Platz zu machen. Ich hatte der Natur und Gottes Plänen ihren Lauf gelassen, in die ich so großes Vertrauen hatte. Das war entscheidenden für meinen Trauerprozess und die Kraft, die ich aus dieser Erfahrung mitnehme. Ich fühle mich nun als zweifache Mama, auch wenn ich eines meiner Kinder schon viel zu früh gehen lassen musste und leider nie kennenlernen durfte.
Danke Saskia, dass du mich auf diesem Weg unterstützt hast und mir Mut zugesprochen hast und mich bestärkt hast, meinen Weg so zu gehen.
"Mach’s gut, kleines Upsi-Baby"
Ich muss zuerst etwas ausholen… Ich bin Mama von 3 wundervollen Kindern (Luca 10 Jahre, Mailo 6 Jahre und Mathilda 3 Monate). Meinen Mann musste ich zu unserem Zaubermädchen schon „überreden“. Klar war, dass danach definitiv Schluss ist mit der Familienplanung. Der Termin zur Vasektomie steht seit Mathildas Geburt. MEIN Herz ist leider aber immer noch nicht wirklich „fertig“, was meine Geschichte für mich umso schwerer macht.
Freitags dachte ich, meine Periode kommt zum ersten mal nach der Geburt.. es begann mit leichten Schmierblutungen.. als diese montags aber immer noch gleich leicht waren vermutete ich es schon. Es war ähnlich wie bei den Schwangerschaften meiner 3 Kinder. Wir haben nicht verhütet da ich voll stille, alle 2 Stunden. Natürlich wissen wir das das kein 100%iger Schutz ist aber die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden ist doch schon sehr gering. Ich kaufte also diesen Test (unwissentlich einen 25er) den ich abends gegen 18 Uhr durchführte. Siehe da ein zarter 2. Strich…
Ich freute mich extrem, denn das war wirklich ein Wunder – MEIN Wunder, mein absoluter Wunsch.
Meinem Mann wollte ich erstmal nichts erzählen, bis ich beim Arzt war. Er spüre aber am nächsten Tag schon, dass irgendwas im Busch ist und dann lies ich ihn doch daran teilhaben. Das war erstmal ein Schock.. für ihn war eine Abtreibung allerdings keine Option denn dieses Lebenwesen haben wir erschaffen, also soll es auch das Recht haben zu leben. Ich war so glücklich darüber das er versuchte die Situation so anzunehmen & nicht davor wegzulaufen.
Wir überlegten und planten gemeinsam.. denn mit 4 Kindern passen wir nichtmehr in ein Auto ein Dacia Lodgy mit 7 Sitzen sollte es werden.. finanziell rechneten wir hin und her das würde schon klappen.. ein Buggy Pod müsste her denn Mathilda sitzt auch noch im Kinderwagen, wenn das Baby kommen würde ein zwillingswagen wäre uns zu groß & unhandlich .. ich würde Tandemstillen & ganz klar würde es wieder eine Hausgeburt werden mit Saskias Hilfe. Wir würden das schon schaffen mit 4 Kindern.
Mittwochs machte ich dann noch einmal den selben 25er Test und einen Clearblue mit Wochenbestimmung (schwanger! Woche 1-2) der Strich auf dem 25er blieb allerdings unverändert zu dem Test, 2 Tage zuvor. Einen 10er Test hatte ich noch der müsste ja knalle Pink leuchten, ich kenne mich mit diesen Tests aus, habe schließlich schon 3 Schwangerschaften wie verrückt getestet. Also habe ich donnerstags (3Tage nach dem ersten Test) dann gleich morgens den letzten Test gemacht. Die Linie war so hauchzart, noch zarter als die vom ersten und 2. Test und da wurde mir dann klar das etwas nicht stimmt. Ich redete mir ein das dieser Test Vilt einfach kaputt ist .. als sich diese leichten harmlosen Schmierblutungen die ich ja aus den voran gegangen Schwangerschaften kannte, abends dann in stärkere Blutungen verwandelte, war mir sofort klar was hier grade passiert.
Ich war doch so voller Hoffnung hatte keine Ängste war wirklich absolut im Vertrauen & nahm mir vor, diesmal wirklich alle Ängste von mir ab zu lassen denn mein Körper weis ja wie es geht.. er hat 3 Wunder vollbracht & es lief immer alles genau so wie es sein sollte & dann kam plötzlich diese Erkenntnis & damit eine unfassbare Leere.. freitags durfte ich um 9.15 Uhr zum Frauenarzt kommen. Zuerst dachte ich, ich sage den Termin einfach ab es ist ja sowieso klar.. aber irgendwie zog es mich dann doch dort hin & es war gut so. Es half mir es wirklich zu realisieren.
Die Ärztin war sehr einfühlsam und nahm sich Zeit für mich. Meine Schleimhaut war 16 mm dick aufgebaut mehr sah man nicht – aber es war der Beweis das es mein „Upsi“ wirklich gibt. Sie sagte „ich glaube diesen Tests die sie gemacht haben, sie sind schwanger! Das ist ein Wunder schon 3 Monate nach der Geburt als voll stillende Frau, Ihre Eierstöcke sind wirklich aktiv ich sehe hier mehrere reifende Eizellen“. Diese Bestätigung das es mein „Upsi“ wirklich gibt war so wichtig für mich.
Allerdings sagte sie dann auch, dass dieses viele Blut das sie hier laufen sieht ganz eindeutige darauf hinweist, dass ich grade eine Fehlgeburt habe.
Sie lies mich meine Tränen weinen und versicherte mir das ich daran nicht schuld bin, dass auch das Stillen kein Grund für diese Fehlgeburt ist. Dass mein Körper eigentlich bereit gewesen wäre, aber mein Baby vermutlich nicht lebensfähig gewesen wäre und die Natur das nun regelt.
Laut meiner Mama wollte eine kleine Seele zu uns inkarnieren, hat sich uns als Eltern & als seine Familie ausgesucht .. hat es sich dann wohl doch nochmal anders überlegt & ist zurück ins Seelenreich gezogen. Es ist schön wenigstens an irgendetwas zu glauben.. nur die Frage Warum wird mir wohl niemals jemand beantworten können. Dann begann die richtig echte Traurigkeit .. solch eine, die ich mir niemals hätte vorstellen können.. wie gelähmt fühlt es sich an.. die ganze Welt dreht sich weiter und meine steht einfach still.
Es gibt keine tröstenden Worte.. es gibt auch keine Hoffnung auf ein weiteres Wunder, kein „ja dann versuchen wir es halt nochmal, beim nächsten mal klappt’s bestimmt“, denn der Termin zur Vasektomie steht! Meine einzige Hoffnung steckte in diesem „Upsi“.. es war zwar nur 3 Tage bei mir, aber in diesen 3 Tagen habe ich schon so viel Liebe empfunden so viel Freude auf das was da kommt.. habe meine 2 kleinen Mäuse schon im Garten spielen & miteinander aufwachsen sehen.. Innig fast so wie Zwillinge.. der Entbindungstermin wäre irgendwo kurz vor Mathildas 1. Geburtstag gelegen..
& jetzt liege ich hier in meinem Bett und blute .. und bei jedem Toilettengang denke ich, da könnte es dabei gewesen sein, ganz winzig klein, ein Hauch von Baby.. ein Teil von mir, das aus irgendeinem Grund nicht wachsen durfte. Ich will nicht aufstehen, ich will meine Ruhe, niemanden sehen .. ich will eigentlich garnichts. Ich weis nicht was ich will. Meine Welt steht still während das Leben für alle anderen einfach weiter geht. Mein Mann fühlt mit und ich tue ihm leid.. aber für ihn ist es okay. Er ist froh drum, er wollte es ja eigentlich sowieso nicht mehr .. ich trauere einfach ganz alleine um mein Baby..
wie es weiter geht weis ich nicht.. es muss ja irgendwie.. meine 3 Kinder wollen ihre funktionierende Mama, mein Mann seine funktionierende Frau. Aber ich kann einfach nicht. Es war noch so klein noch so frisch & so früh aber es war ein Teil von mir & es wird immer zu mir gehören, auch wenn die Menschen um mich rum es nicht verstehen können.
-Viel zu kurz & doch für immer- ♥️⭐️