Geburtsgeschichte von
Astrid Liv
Astrid Liv
„positiver Geburtsbericht unseres 3.Kindes“
Astrid Liv, 31.03.2026 um 13:55 Uhr zu Hause geboren, 53 cm groß, wiegt 3520g, Kopfumfang 34 cm
Es war der 30.03.2026 und ich war total frustriert, da ich wie bei Kind Nummer 2 bereits einen Tag über dem errechneten Termin war. Zwar weiß ich, dass die wenigsten Babys zum ET kommen, doch war ich ungeduldig, als auch genervt, weil ich in dieser Schwangerschaft einige Beschwerden, auch bereits recht früh schon vorzeitige Kontraktionen hatte, und sich nun, wo es losgehen konnte und ich bereit war, plötzlich nichts tat. Die Stimmungsschwankungen, die ich hatte waren groß und ich hatte das Gefühl, dass sich hormonell irgendetwas tat, worüber ich keine Kontrolle hatte. Die Tage zuvor hatte ich abends schon häufigere Kontraktionen gehabt, so auch an diesem Abend. Um meiner Stimmung willen entschied ich mich zu denken, dass es wie die Abende davor sein würde: es nimmt etwas Fahrt auf und kommt dann in Ruhe/ beim Schlafen wieder zum Stillstand. Geburtskontraktionen, so wusste ich, kommen auch im Liegen nicht komplett zum Stillstand.
Es war 19:30 Uhr und ich hatte teilweise regelmäßige etwas intensivere Kontraktionen und vaginalen Abgang von rosa Schleim. Ich entschied mich ein Bad zu nehmen, um mich entspannen zu können, als auch um zu sehen, ob die Kontraktionen dadurch aufhören würden. Doch die Kontraktionen gingen in der warmen Badewanne nicht weg. Ich hatte das Gefühl es könnte durchaus losgehen in dieser Nacht. Um 22 Uhr rum entschied ich mich trotz anhaltender Kontraktionen schlafen zu gehen, um Kraft für die Geburt zu haben, sollte es losgehen. Nachts wurden die Kontraktionen in ihrer Häufigkeit, als auch Intensität weniger und ich konnte zwischendurch schlafen, was mir guttat, ich nochmal genoss und wofür ich dankbar war. Ich wusste ich würde die Geburt nicht verschlafen und so war es auch.
Es war inzwischen der 31.03.2026 um circa 5 Uhr morgens. Meine zwei Kinder schliefen noch. Ich schrieb meiner Hebamme Saskia, um sie auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Nach dem Aufwachen würde sie meine Nachricht lesen und ihren Tag entsprechend planen können.
Ich schrieb ihr, dass die Kontraktionen nun wieder zunahmen, sie jedoch noch in größeren Abständen von alle 10 Minuten oder länger kamen und dass wir sie vielleicht später anrufen würden. Ich spürte mittlerweile, dass es heute losgehen würde, konnte nur noch nicht einschätzen, wann und wie schnell es vorangehen würde. Die Betreuung meiner zwei Jungs, Raphael (7 Jahre) und Finn (2 Jahre), sollte erst sichergestellt sein, damit ich mich entspannen konnte. Sie sollten für den Geburtszeitraum zu meinen Eltern, welche fast 1,5 h entfernt von uns wohnen und bei Anruf von diesen abgeholt werden. Mein Freund, C. , fragte schon zuvor immer wieder einmal, ob er sie nun anrufen solle. Dies empfand ich als nervig, da ich es schwer einzuschätzen/ vorherzusagen fand, wie es weitergehen würde.
Doch um 5:10 Uhr hatte ich das Gefühl es könnte für meine Kontraktionen förderlich sein, könnte ich mich ihnen ganz hingeben statt mein zwei Kinder zu betreuen, wenn sie dann aufwachten. C. rief meine Eltern an, die sich gleich auf den Weg machten. In der Zwischenzeit stillte ich Finn nochmal, was meine Kontraktionen häufiger und etwas intensiver machte. Außerdem nutzte ich die Zeit bis zur Ankunft meiner Eltern, um mit meinen Kindern zu sprechen und mich liebevoll von ihnen zu verabschieden. Um 6:37 Uhr wurden Raphael und Finn abgeholt. Tatsächlich war es, wie ich es im Gefühl hatte: mein Körper übernahm nun, als meine Kinder weg waren, das Steuer und ich ließ die Natur machen. Ich hielt es nicht länger im Bett liegend aus und ging ins Wohnzimmer, wo eine weiche, dicke Gymnastikmatte auf dem Boden lag und lehnte mich darauf im Vierfüßler über meinen Pezziball.
Um 7:40 Uhr konnte ich Saskia, die fragte, wie es denn jetzt gerade sei, gerade noch schreiben: schmerzhafte Kontraktionen, intensiver, häufiger. Dies war das letzte Mal, dass ich fähig war ihr zu schreiben, denn von da an ging es erstmal schnell voran.
Um 7:57 Uhr rief C., welcher im Blick behielt, in welchen Abständen die Kontraktionen kamen, Saskia an. Die Kontraktionen kamen in Abständen von 4 Minuten und Saskia fuhr direkt los. C. dunkelte, wie von mir gewünscht, die Fenster im Wohn-Esszimmer mit Plissees und Vorhängen ab, zündete überall Kerzen an und machte meine Salzkristallleuchten an. Dies gab mir ein wohliges Gefühl, ein Gefühl der Geborgenheit und ich konnte mich entspannen. Ich war glücklich und aufgeregt: die Geburt ging los. Bald würde ich mein Baby sehen und im Arm halten können, bald würden wir eine wundervolle Überraschung bezüglich des Geschlechts haben. Ich wollte – wie bei meinem zweiten Kind auch schon – mich bei der Geburt überraschen lassen und selbst schauen, was es ist, da ich es bereits damals wunderschön und besonders fand. Ich würde mich über alles freuen und die Freude auf das dritte Baby war groß. Dennoch waren die Kontraktionen irgendwann ganz schön intensiv und mir schossen Tränen in die Augen. Saskia, als auch die Hebammenstudentin Lilly kümmerten sich so liebevoll um mich, streichelten mich beruhigend und gaben mir stückchenweise Fruchtriegel zu essen, als auch schlückchenweise vom Glas Wasser mit Silikonstrohhalm (dieser war bei meinen Geburten Gold wert) zu trinken. Während der Kontraktionen tönte ich mit. Dies half mir sehr.
Wie bereits bei meinem zweiten Baby, konnte ich mir auch nun in unserer Badewanne sein gut vorstellen. Saskia instruierte C. wie warm das Wasser sein dürfe und bat ihn die Wanne mit Wasser einlaufen zu lassen. Ich bekam die Gespräche um mich herum zwar mit, war jedoch in meiner eigenen meditativen, nach innen gerichteter Welt. Das half mir sehr dabei, mich komplett zu entspannen und mich der Kraft der Natur hinzugeben, es anzunehmen, wie es kam. Bei den Kontraktionen tönte ich „Aaaaa!“ oder „Ooooo!“, um in einer guten Atmung und Öffnung zu bleiben. Lilly laß mir während der Kontraktionen immer wieder einmal ein paar meiner positiven Affirmationskarten vor. Dies gab mir auch wenn es intensiv war wieder Kraft, Hoffnung und Zuversicht, als auch Motivation. C. richtete auf Bitte von Saskia die Handtücher im Backofen her um sie dann dort warm machen zu können, sobald Saskia das Go geben würde. Auch bezog C., nachdem er die Hebamme morgens angerufen hatte, das Sofa im Wohn-Esszimmer mit der Malerfolie und dem Spannbettlaken. Es half ihm seine Aufgaben zu haben und so hilfreich sein zu können, denn ich möchte bei voranschreitender Geburt keine Zärtlichkeit mehr und wollte meine Ruhe haben.
Um 9:18 Uhr stieg ich in die Badewanne. Wie wohltuend und viel angenehmer es direkt im warmen Wasser war! Ich war froh nun in der Wanne zu sein und so dankbar daheim sein zu können. Hier hatte ich alles, was ich brauchte und konnte das machen, was mir guttat.
Ohne daran zu denken, wann es an der Zeit war, in die Klinik oder ins Geburtshaus zu fahren. Zwischendurch entleerte ich mich auf der Toilette. Saskia sagte irgendwann, dass das Wasser in der Wanne recht kühl sei, ob ich es wärmer haben wolle. Doch ich fand es schön warm und überhaupt nicht kühl. As sie daraufhin das Gesicht verzog, musst ich lachen. Zwischendurch zu lachen, alles ohne durch Schmerzmittel benebelt zu sein, mitzubekommen war schön und eine willkommene Abwechslung von den mittlerweile alle 3-4 Minuten kommenden Kontraktionen. Doch ich merkte, dass es nicht weiter vorwärts ging. Eigentlich hätten die Kontraktionen bald mal in kürzeren Abständen kommen, noch intensiver werden müssen. Dass dies nicht so war ärgerte mich, was auch Saskia bemerkte und vorschlug, dass ich aus der Wanne rauskommen und nochmal was anderes versuchen könne. Das klang nach einem guten Vorschlag.
Aus der Wanne draußen erlebte ich die Kontraktionen wieder unangenehmer als in der Wanne.
Es war inzwischen kurz vor 11 Uhr. Ich ging in die rechte Seitenlage auf dem Sofa. Lilly streichelte und massierte mich sanft am Kreuzbein, da ich dort Schmerzen hatte. C. machte mir eine Wärmflasche für den unteren Rücken und massierte im Wechsel mit Lilly und Saskia mein Kreuzbein. Das alles tat mir so gut, als auch zwischendurch in den Kerzenschein zu blicken. Doch die Kontraktionen nahmen nicht weiter an Fahrt auf. Sie kamen mal in kürzeren, mal in längeren Abständen, mal intensiver, mal weniger.
Um 11:28 Uhr schlug Saskia mir etwas quasi Akrobatisches vor, doch ich vertraute ihr, da sie viel Erfahrung hat und weiß wann was hilfreich sein könnte und ich ja auch wollte, dass die Geburt voranging. Das Baby sollte sich im Optimalfall mit dem Rücken noch etwas drehen (da es sonst als sogenannter „Sternengucker“ geboren werden würde) und dafür könnten wir drei Kontraktionen hintereinander etwas versuchen, das sich, wie ich später in Saskias Geburtsdokumentation laß, „forward leaning inversion“ nennt in Kombi mit Becken schütteln. Sie machte es mir vor und sie half mir gemeinsam mit Lilly bei der Umsetzung: auf dem Sofa an die Kante des Sofas knien, bei Beginn der Kontraktion mit den Händen runter vom Sofa auf die Gymnastikmatte am Boden kommen, auf die Unterarme gestützt gehen, Kopf nach unten. Ganz schön anstrengend sowas bei Geburt, dachte ich, doch gleichzeitig brachte es mich innerlich zum Schmunzeln, erinnerte mich an Handstand im Yoga. Das Becken Rütteln durch Saskia oder Lilly war nicht das Angenehmste während einer Kontraktion, doch ich probierte gerne Dinge, die hilfreich sein könnten. Danach sollte ich wieder in rechter Seitenlage liegen. Dass C. sich dann neben mich setzte, meine Hand nahm und mir durch festen Händedruck etwas Gegendruck gab, half mir während der Kontraktionen auf dem Sofa liegend sehr. Auch bot er mir immer wieder etwas zu trinken an. Ich hatte weiterhin eine wechselhafte Qualität der Kontraktionen. Saskia fragte C., ob wir Elektrolyt Lösung daheim hätten, was wir natürlich hatten, da ich schon immer großen Wert auf einen gut bestückten Medizinschrank legte. Und C. bereitete mir ein Glas Elektrolytlösung zu, welches ich direkt leer trank. Saskia fragte, ob sie eine vaginale Untersuchung machen dürfe, um zu sehen, wo wir stünden. Dem stimmte ich zu. Ich war froh, dass sie die Details der Untersuchung für sich behielt. Ich wollte nichts von cm der Muttermundsöffnung wissen, da mich dies eventuell nur demotiviert hätte. Es sähe soweit gut aus und die Fruchtblase sei prall, sagte sie. Sie schlug vor, dass ich entweder im Vierfüßler mit einem Bein aufgestellt (wechselnd) weitermachen könne oder mit C. im Bett kuscheln gehen könne für Wehenstimulation oder Brustwarzenstimulation. Sie würden dann mit Lilly zusammen ins Kinderzimmer nach unten in die andere Etage gehen. Wenn etwas Oxytocin dadurch ausgeschüttet werden würde, könnte dies helfen die Kontraktionen besser zu machen, informierte mich Saskia. Inzwischen war es bereits
12:30 Uhr und ich öffnete mich innerlich für ihre Vorschläge. Zum mit C. ins Schlafzimmer Gehen kam es nicht, da meine Kontraktionen dann plötzlich deutlich intensiver wurden und in kürzeren Abständen kamen. Vielleicht hat schon die Vorstellung ans Kuscheln mit C. geholfen Oxytocin auszuschütten. Jedenfalls entschied ich mich erstmal im Vierfüßler über den Pezziball gelehnt im Wohnzimmer zu bleiben und bei jeder Kontraktion wie von Saskia vorgeschlagen wechselnd ein Bein anzustellen. Dies war anstrengend, da ich zu dem Zeitpunkt bereits intensive Kontraktionen mit kurzen Pausen dazwischen hatte. Sollte es nicht weiter vorwärts gehen oder gar wieder stagnieren, was ich nicht glaubte, so fühlte ich mich dennoch entspannt, da ich dann immer noch die anderen von Saskia genannten Optionen hatte, die ich probieren konnte.
Um 13:05 Uhr stieg ich, nachdem ich mich nochmal auf der Toilette entleert hatte, in die Wanne. Welch Wohltat wieder in der Wanne zu sein! Der Druck nach unten nahm nun zu. Ich ging in den Kniesitz, da ich eine aufrechte Haltung als angenehmer empfand, doch nun waren alle Empfindungen extrem intensiv. Ich spürte das Vorgehen in meinem Körper sehr deutlich und gab mich dem hin, ließ meinen Körper machen.
13:24 Uhr: Ich schob bei den Kontraktionen mit. Die von Lilly vorgelesenen Affirmationen gaben mir die zu dem Zeitpunkt dringend benötigte Kraft und Motivation. Ich wusste es ging nicht mehr lange, wenn man sich so fühlte. Bald habe ich es geschafft und ich werde mein Baby halten können, ging mir durch den Kopf. Doch bis dahin war es zäh. C. befand sich in zweiter Reihe, immer hinter Saskia oder Lilly, da ihm dies so lieber war. Er wollte nicht alles sehen und ich wollte lieber die Hebammen nah bei mir haben. Es passte also wunderbar für uns beide. Saskia informierte mich darüber, dass ich nach der Geburt aus dem Wasser raus müsse, da das Wasser (33 Grad Celsius) zu kalt für das Baby sei, doch sie mir glaubt, dass es für mich so gerade richtig sei und wir es so lassen können solange es für mich angenehm sei. Ich wechselte im Kniesitz immer wieder die Beine, stellte mal das eine auf, mal das andere. Dieses Abwechseln tat gut, als auch dachte ich mir kann das Baby sich dann besser vorwärtsarbeiten.
13:45 Uhr: Ich hatte starken Druck nach unten und plötzlich kam ein Schwall aus mir heraus, der sich wie eine grüne Wolke in der Badewanne ausbreitete und das gesamte Wasser in der Badewanne grün färbte. Saskia sagte es sei Fruchtwasser, meine Fruchtblase sei geplatzt. Da ich wusste was grünes Fruchtwasser bedeutete, war ich extrem besorgt und gestresst. Ich wusste das Baby hatte Stress und hatte bereits Kacka ins Fruchtwasser abgegeben. Ich wusste, dass dies gar nicht gut sein könnte und es nun schnell gehen sollte. Ich wusste nicht wie viel Zeit wir hatten, bevor es gefährlich werden würde. Total besorgt und gestresst fragte ich Saskia, ob dies nun gefährlich für` s Baby oder mich sei.
Ihre Worte, dass es für mich nicht gefährlich sei und das Baby nun eh geboren werden würde, beruhigten mich ein wenig und spornten mich zugleich an das Baby zügig zu gebären. Lilly, welche am kurzen Badewannenrand irgendwo vor mir saß, hielt meine Hand, was mir viel Halt und Kraft gab in dem Moment. Wenn ich zwischendurch zu ihr aufsah, lächelte sie und ihr Blick hatte was Beruhigendes, als auch Motivierendes.
13:51 Uhr: Ich tönte laut und schob intensiv mit.
13:53 Uhr: Es kam eine kräftige Kontraktion und extrem intensives Empfinden. Ich schob weiter und schaute nach unten, sah, wie ich den Kopf des Babys geboren hatte.
13:55 Uhr: der Körper folgte – endlich hörte der Druck, das extrem intensive Gefühl auf. Ich war erleichtert. Saskia leitete das Baby aus dem Wasser raus und ich nahm es direkt entgegen und schaute gleich, was für einen Menschen ich da geboren hatte. „Ein Mädchen!“ Ich war erstaunt, total überrascht, hatte nicht damit gerechnet, konnte es gar nicht fassen, hatte plötzlich so viel Freude und war direkt so verliebt in mein Baby. „Ich liebe dich!“, sagte ich ganz euphorisch zu ihr. Unendlich dankbar, glücklich und verliebt lehnte ich mich total erschöpft an den seitlichen Rand der Badewanne zurück – bequem wie in einem Sessel nach all der Geburtsarbeit. Ich hielt mein Baby auf meinem Bauch – die Nabelschnur war etwas kurz – und schaute es die ganze Zeit an, fühlte mich wie in einer anderen Welt, teilweise wie in Trance und bekam manches nur am Rande mit, was um mich herum passierte. Das 33 Grad Celsius warme/kalte Wasser wurde abgelassen und Saskia legte ein großes rotes Handtuch über uns und duschte uns bzw. das Baby mitsamt Handtuch mit warmem Wasser (für mein Temperaturempfinden heißes Wasser) ab. Das Baby hatte bereits ganz viel Mekonium ins Fruchtwasser, als auch das Wasser in der Badewanne abgegeben, als auch kurz darauf auf meinen Bauch. Dies wurde von Lilly direkt gesäubert. Irgendwas mit Plazenta hörte ich Saskia sagen.
Unser Mädchen lag still und zufrieden in meinen Armen. Was für ein wunderschöner Moment! Ich saugte diesen Moment tief in mich auf, genoss, konnte mein Glück kaum fassen und werde dies immer in meiner Erinnerung behalten. Unser Baby wurde auf mir drauf von Saskia in warme Handtücher (aus dem Backofen) gewickelt.
14:05 Uhr: Saskia und Lilly helfen mir ins Wohnzimmer zu laufen. Einen leichten Druck nach unten spürte ich schon. Ich hielt mein Baby in meinen Armen. Das war wunderschön. Sie halfen mir mich mit dem Baby zusammen aufs Sofa zu legen. Ah, dort liegen tat so gut. 14:15 Uhr: mit leichter Kontraktion und Schieben wurde die Plazenta geboren.
14:17 Uhr: Ich legte unser Mädchen an meine linke Brust an. Sie trank ganz zufrieden und hatte die Augen auf. Ich war hin und weg. Das wunderschöne an meinen zwei Hausgeburten mit Saskia war die Selbstbestimmtheit und Geborgenheit, die ich dabei erlebte. Saskia ging mit meinem Wunsch die Nabelschnur auspulsieren zu lassen und das Baby noch mindestens eine Stunde mit Nabelschnur und Plazenta verbunden zu lassen mit. Dies hatten wir in der Vorsorge bereits besprochen, dass ich mir das so wünschte. Die Plazenta wurde von Saskia und Lilly genau untersucht, als auch meine Blutung. Beides war, wie es sein sollte. Die Plazenta wurde in die von uns vorbereitete Edelstahlschüssel gelegt, welche wiederum mit einem roten Handtuch abgedeckt wurde. C. gesellte sich zu uns. Wir waren glücklich und zufrieden, schauten einfach nur völlig verliebt unsere Tochter an.
Um kurz vor 15 Uhr wurde ich von Saskia mit Baby auf der Brust liegend untersucht. Ich hatte wieder Glück: keine Geburtsverletzungen, lediglich minimale Schürfungen. Ich war unglaublich dankbar und froh darüber. Saskia massierte meinen Bauch aus, um Koagel zu vermeiden. Es war alles in Ordnung, auch hatte ich wenig Blutverlust. Als das Baby weiterhin an der Brust trank, merkte ich die unangenehmen Nachwehen besonders.
Als unser kleines süßes Mädchen an der Brust fertig getrunken hatte, reichte ich sie Saskia für die U1. Es war alles in Ordnung – welch Freude! Saskia und Lilly machten wie von mir gewünscht ein Foto von Baby mit Nabelschnur in Herzform gelegt und Plazenta. Anschließend machte Saskia für mich noch einen wunderschönen Plazentaabdruck auf DIN-A-3-Papier.
Ich hatte unser Baby anschließend an der rechten Brust angelegt und es trank kräftig und gut hörbar. Welch süßes, wunderschönes Geräusch, dachte ich mir. Sie bekam wie von uns gewünscht ihre Vit.-K-Gabe oral und ich eine Ibu 400 um die starken Nachwehen erträglicher zu machen. Da C. die Nabelschnur nicht durchtrennen wollte, freute ich mich dies einmal erleben und machen zu dürfen. Die Nabelschnur war ganz fest und gleichzeitig elastisch. Um 16:44 Uhr gab ich unser Baby, mit welchem ich bislang nackt Bonding gemacht hatte, zu C., der dann das erste Mal unser Mädchen hielt und das Bonding mit ihr sichtlich zu genießen schien. Ich ging mit Hilfe von Lilly zur Toilette, da die Hebammen erst gehen konnten, wenn ich Pipi gemacht hatte. Anschließend duschte ich mich in der Dusche kurz ab. Danach fühlte ich mich wieder frisch. Saskia und Lilly saßen am Esstisch im Wohn-Esszimmer und hatten viel zu dokumentieren und Papierkram zu machen. Gemeinsam aßen wir Schokolade, die uns allen nach der (Geburts-)Arbeit gut schmeckte. Da ich mich 6 Wochen vor ET mit der Louwen-Ernährung (u. a. ohne Zucker) ernährte, genoss ich diese erste süße Mahlzeit nach der Geburt besonders.
Um 17 Uhr verabschiedeten sich Saskia und Lilly von uns.
Für mich war diese Hausgeburt wunderschön, ganz besonders und selbstbestimmt.